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4. Inanspruchnahme von Hilfen zur Erziehung im Spiegel lokaler Unterschiede

4.3 Lokale Unterschiede bei Fremdunterbringungen in Pflegefamilien und Heimen

Die hier betrachteten Fremdunterbringungen umfassen sowohl beendete und laufende Vollzeitpflegefälle als auch Unterbringungen in stationären Einrichtungen oder sonstigen betreuten Wohnformen sowie sonstige stationäre „27,2er-Hilfen“. Im Jugendamt mit der niedrigsten Inanspruchnahmequote wurden 43 Fälle pro 10.000 junge Menschen verzeichnet, dem steht als Maximum der um das fast 11-fache höhere Wert von 466 gegenüber. Verzichtet man auch hier auf die Einbeziehung der 20 höchsten und 20 niedrigsten Werte, beträgt das Minimum 74 Punkte und das Maximum 285 Punkte. Ohne Berücksichtigung besonders hoher und niedriger Werte besteht also ein Unterschied bei Fremdunterbringungen, der dem Faktor 3,9 entspricht.  

Im Vergleich zur Datenbasis 2015 ist die Zahl der Jugendämter, die der Klasse mit den wenigsten Inanspruchnahmepunkten zuzuordnen sind, deutlich – um 5 Prozentpunkte – gesunken. Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die bereits im Vergleich der Erhebungsjahre 2014 und 2015 festgestellt wurde. Weiterhin gibt nur eine Minderheit von insgesamt 7% mindestens 250 Fremdunterbringungen pro 10.000 unter 21-Jährigen in der jeweiligen Bevölkerung an (vgl. Tab. 4.3).

TAB. 4.3:

Maßnahmen der Fremdunterbringung (einschl. der Hilfen für junge Volljährige) nach Inanspruchnahmeklassen (Jugendamtsbezirke; 2016; Aufsummierung der zum 31.12. des Jahres andauernden und der innerhalb des Jahres beendeten Hilfen)

Inanspruchnahme zwischen … und … PunktenAnzahl der KommunenVerteilung der Anzahl in %MedianArithmetisches MittelVariations­koeffizient
Unter 11012522%94890,18
110 bis unter 18026147%1431420,14
180 bis unter 25013224%2072080,09
250 bis unter 320336%2772790,07
320 und mehr81%3623740,13
Insgesamt559100%1481570,38

Methodischer Hinweis und Lesebeispiel: vgl. Tab. 4.1
Quelle: Forschungsdatenzentrum der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder; Statistiken der Kinder- und Jugendhilfe – Erzieherische Hilfe, Eingliederungshilfe, Hilfe für junge Volljährige 2016; Datenzusammenstellung und Berechnungen der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik

Die Kartendarstellung (vgl. Abb. 4.3) zeigt weiterhin – wie seit Beginn des HzE-Monitorings – deutliche Nord-Süd-Unterschiede und vor allem in Bayern und Baden-Württemberg eher niedrige Inanspruchnahmequoten. Im Vergleich zum Vorjahr fanden trotz der insgesamt deutlich steigenden Fallzahlen nur geringfüge regionale Verschiebungen statt.

ABB. 4.3:

Inanspruchnahme von Maßnahmen der Fremdunterbringung (einschl. der Hilfen für junge Volljährige) nach Jugendamtsbezirken (Deutschland; 2016; Aufsummierung der zum 31.12. des Jahres andauernden und der innerhalb des Jahres beendeten Hilfen; Angaben pro 10.000 der unter 21-Jährigen)

Quelle: Forschungsdatenzentrum der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder; Statistiken der Kinder- und Jugendhilfe – Erzieherische Hilfe, Eingliederungshilfe, Hilfe für junge Volljährige 2016; Datenzusammenstellung und Berechnungen der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik