4. Inanspruchnahme von Hilfen zur Erziehung im Spiegel lokaler Unterschiede

4.2 Unterschiede bei der Inanspruchnahme ambulanter Leistungen

Die ambulanten Hilfen zur Erziehung werden in zusammengefasster Form verglichen und umfassen hier die Hilfearten Soziale Gruppenarbeit, Erziehungsbeistandschaft, Betreuungshelfer, Sozialpädagogische Familienhilfe, Tagesgruppen, Intensive Sozialpädagogische Einzelbetreuung und sonstige ambulante Hilfen nach § 27 Abs. 2 SGB VIII – sogenannte „27,2er Hilfen“ (vgl. Kap. 2). 

Die in der Statistik nachgewiesenen Werte variieren zwischen 19 und 591 Hilfen pro 10.000 junge Menschen unter 21 Jahren in dem jeweiligen Jugendamtsbezirk, also um das 31-fache zwischen der Kommune mit der höchsten Inanspruchnahme und der mit der niedrigsten. Werden die 20 höchsten und 20 niedrigsten Werte nicht berücksichtigt, ergibt sich eine Spannweite zwischen 58 und 356, was immer noch dem Faktor 6 entspricht. Die regionalen Unterschiede bei den ambulanten Hilfen erscheinen also größer als bei der Gesamtbetrachtung. 

Auch hier lässt sich etwa die Hälfte der Jugendämter (52%) einer Inanspruchnahmeklasse zuordnen und verfügt über Inanspruchnahmequoten zwischen 115 bis unter 210 Punkten (vgl. Tabelle 4.2). Die 26% der Jugendämter mit 210 und mehr Punkten verteilen sich auch hier über einen sehr breiten Wertebereich. 

Tab 4.2: Ambulante Leistungen der Hilfen zur Erziehung (einschl. der Hilfen für junge Volljährige) nach Inanspruchnahmeklassen (Jugendamtsbezirke; 2014; Aufsummierung der zum 31.12. des Jahres andauernden und der innerhalb des Jahres beendeten Hilfen)

Inanspruchnahme zwischen ... und ... Punkten Anzahl der Kommunen Verteilung der Anzahl in % Median Arithmetisches Mittel Variations­koeffizient
Unter 115 120 21% 85 82 0,27
115 bis unter 210 290 52% 157 159 0,17
210 bis unter 305 106 19% 249 253 0,11
305 bis unter 400 35 6% 351 347 0,07
400 und mehr 8 1% 470 486 0,13
Insgesamt 559 100% 161 176 0,48

Methodischer Hinweis und Lesebeispiel: vgl. Tab. 4.1.
Quelle: Forschungsdatenzentrum der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder; Statistiken der Kinder- und Jugendhilfe - Erzieherische Hilfe, Eingliederungshilfe, Hilfe für junge Volljährige 2014; Datenzusammenstellung und Berechnungen der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik

Die Kartendarstellung (vgl. Abb. 4.2) zeigt ein ähnliches Bild wie bei der Gesamtbetrachtung. Auch bei den ambulanten Hilfen sind Schwerpunkte im Nordosten sowie im Westen Deutschlands zu identifizieren. 

Abb. 4.2: Inanspruchnahme von ambulanten Hilfen zur Erziehung (einschließl. der Hilfen für junge Volljährige) nach Jugendamtsbezirken (Deutschland; 2014; Aufsummierung der zum 31.12. des Jahres andauernden und der innerhalb des Jahres beendeten Hilfen; Angaben pro 10.000 der unter 21-Jährigen)

Quelle: Forschungsdatenzentrum der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder; Statistiken der Kinder- und Jugendhilfe – Erzieherische Hilfe, Eingliederungshilfe, Hilfe für junge Volljährige 2014; Datenzusammenstellung und Berechnungen der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik